Unternehmergesellschaft und Künstlersozialkasse

Welche Vorteile kann die Errichtung einer Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) für Künstler, Designer, Grafiker etc. haben?

Was sollten Gesellschafter-Geschäftsführer der Unternehmergesellschaft dabei beachten?

Die Künstlersozialversicherung ist die gesetzliche Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung für selbstständige Publizisten, Sänger, Künstler, Designer, Webdesigner, Grafiker, Werbefotografen etc. Rechtsgrundlage ist das „Gesetz über die Sozialversicherung der selbständigen Künstler und Publizisten“ (Künstlersozialversicherungsgesetz, kurz: KSVG).

 

Vergleichbar mit einem Arbeitnehmer zahlen auch die o.g. Versicherten circa die Hälfte ihrer Beiträge selbst. Die andere Hälfte wird durch den Bund und die Unternehmen, die Aufträge an die oben genannten Berufsgruppen vergeben, getragen.

 

Deutlicher: Im Regelfall muss das Auftrag gebende Unternehmen – neben dem Honorar, das vom Künstler, Designer, Webdesigner, Grafiker, Werbefotografen etc. berechnet wird – Beiträge an die Künstlersozialkasse melden und zahlen. Diese Beiträge werden Künstlersozialabgabe genannt.

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Unternehmergesellschaft (UG) und Familienangehörige

Was ist hinsichtlich Verträgen zwischen der Unternehmergesellschaft (UG) und Familienangehörigen bzw. nahen Angehörigen zu beachten?

Vorab: Es ist grundsätzlich erlaubt, dass Angehörige des/der Gesellschafter(s) in der Unternehmergesellschaft (UG) mitarbeiten, an die Unternehmergesellschaft Darlehen vergeben (alternativ: Darlehen der UG in Anspruch nehmen) oder Räume an die Unternehmergesellschaft vermieten.

 

Das Problem im täglichen Leben besteht nun jedoch häufig darin, dass nahestehende Angehörige miteinander anders umgehen als mit fremden Dritten, beispielsweise schließt der alleinige Gesellschafter-Geschäftsführer mit seiner Unternehmergesellschaft eventuell einen Geschäftsführervertrag zu anderen Konditionen ab als mit einer fremden Gesellschaft.

 

Damit nun derartige Regelungen und weitere Gestaltungen (z.B. Kauf- und Beraterverträge) zwischen der Unternehmergesellschaft (UG) und Angehörigen vom Finanzamt steuerlich anerkannt werden, sind unbedingt bestimmte Formalia zu beachten bzw. einzuhalten. 

Für Experten: Ich denke an dieser Stelle insbesondere an eine Unternehmergesellschaft, die von einem nahen Angehörigen beherrscht wird und Konstruktionen wie die Familien UG & Co. KG, bei der die Thematik der Angehörigenverträge sogar in doppelter Hinsicht eine Rolle spielt.

 

Erkennt das Finanzamt eine der oben genannten Gestaltungen an, so ist bei der Unternehmergesellschaft (UG) eine Betriebsausgabe gegeben, beim Angehörigen bzw. Familienmitglied eine Einnahme, die mit dem jeweiligen individuellen Einkommensteuersatz zu versteuern ist. Ein Beispiel: Bei einem Mietvertrag über Büroräume in der eigenen Immobilie liegt bei der Unternehmergesellschaft sogenannter Mietaufwand vor (Betriebsausgabe), beim Angehörigen einkommensteuerliche Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung.

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Abweichendes Wirtschaftsjahr bei der Unternehmergesellschaft

Wann kann die Festlegung eines abweichenden Wirtschaftsjahres anstelle des Kalenderjahres bei einer Unternehmergesellschaft Sinn machen?

Ist das Geschäftsjahr der Unternehmergesellschaft zwingend das Kalenderjahr?

 

 

 

 

Nein! Bei der Unternehmergesellschaft kann bereits bei Gründung der Zeitraum des Geschäftsjahres gewählt werden.

 

Gemäß §8 Absatz 1 KStG und §8b EStDV gilt grundsätzlich: Das Wirtschaftsjahr umfasst einen Zeitraum von zwölf Monaten. 

 

Zur Auswahl stehen:

  • Geschäftsjahr identisch mit dem Kalenderjahr,
  • Geschäftsjahr abweichend vom Kalenderjahr („abweichendes Wirtschaftsjahr“),
  • Rumpf-Wirtschaftsjahr.

In der Praxis dürfte dieser Gestaltungsspielraum jedoch ausgehebelt sein, da die Verwendung des Muster-Gründungsprotokolls keine Möglichkeit zur Festlegung eines abweichenden Geschäftsjahres bietet.

 

Nur im Rahmen der individuellen Satzung kann durch entsprechende Formulierung beliebig vom Kalenderjahr abgewichen werden.


Sinn und Unsinn der Festlegung eines abweichendes Wirtschaftsjahres

Insbesondere bei Unternehmergesellschaften, deren Geschäftstätigkeit großen saisonalen Schwankungen unterliegt, kann die Festlegung eines abweichenden Wirtschaftsjahres sinnvoll sein. 

 

Als Beispiele seien hier Unternehmen aus den Bereichen Mode-, Textil-, Schuh, Tourismus etc. angeführt. Insbesondere Bekleidungs- und Schuhfabriken unterliegen stark schwankenden Kapazitätsauslastungen. 

 

So fertigt eine Schuhfabrik bspw. bereits im Herbst 2016 die Frühjahr-/ Sommerkollektion 2017 an. Bis zum 31. Dezember 2016 liegen dann Tausende Paar Schuhe auf Lager (die ja im Rahmen der Inventur zum 31.12.2016 gezählt werden müssen). Erst im Januar 2017 kann die Schuhfabrik damit beginnen, ihre Schuhe an die Schuhfachgeschäfte ausliefern. In diesem Fall kann ich mir recht plausibel die Festlegung eines abweichenden Wirtschaftsjahres vorstellen.

 

Achtung: Die Umstellung des Wirtschaftsjahrs auf einen vom Kalenderjahr abweichenden Zeitraum ist steuerrechtlich nur dann wirksam, wenn sie im Einvernehmen mit dem für die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) zuständigen Finanzamt erfolgt (§4a Absatz 1 Nr. 2 Satz 2 EStG, §8b EStDV, §7 Absatz 4 Satz 3 KStG). Sind bei Ihrer Begründung keine relevanten betriebswirtschaftlichen Gründe für die Umstellung gegeben, so kann das Finanzamt seine Zustimmung verweigern.

 

Welche Gründe sprechen nun im Detail für ein abweichendes Wirtschaftsjahr? 

  • Bei saisonalen Betrieben (Eisdielen, Baugewerbe) kann es sinnvoll sein, den Jahresabschluss und die damit einhergehenden administrativen Arbeiten in Zeiten zu erledigen, in denen die Kapazitäten kaum ausgelastet sind. 
  • Im Rahmen eines Konzerns kann (und sollte!) durch die Umstellung der Geschäftsjahre von Tochtergesellschaften eine Vereinheitlichung des Bilanzstichtags erreicht werden. 
  • Die Umstellung des Geschäftsjahres kann – siehe unser Beispiel – zudem zur Inventur-Erleichterung beitragen, wenn ein Bilanzstichtag gewählt wird, an dem der Lager- und Vorratsbestand entsprechend niedrig ist. 
  • Auch steuerliche Gründe können eine Rolle spielen.

Im - individuellen - Gesellschaftsvertrag könnte ein abweichendes Wirtschaftsjahr wie folgt ausformuliert werden:


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Unternehmergesellschaft als Komplementärin der "UG & Co. KG"

Kann die Unternehmergesellschaft als Komplementärin einer Kommanditgesellschaft bzw. „& Co. KG“ fungieren?

Da es sich bei der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) um eine Variante der GmbH handelt, spricht nichts dagegen, dass sie auch als Komplementärin – d.h. persönlich und unbegrenzt haftende Gesellschafterin – einer Kommanditgesellschaft fungieren kann.

 

Das Ziel einer derartigen gesellschaftsrechtlichen Konstruktion besteht darin, Haftungsrisiken für die hinter der Gesellschaft stehenden Personen zu begrenzen oder auszuschließen. Die o.g. Haftung der Komplementärin (also der Unternehmergesellschaft) ist ja auf deren eingesetztes Stammkapital begrenzt.

Zivilrechtlich handelt es sich bei der „UG & Co. KG“ um eine Personengesellschaft, wirtschaftlich um eine Doppelgesellschaft und steuerrechtlich – normalerweise – um eine Mitunternehmerschaft.

 

Im Rahmen dieser Konstruktion ist wie folgt zu firmieren: „Firma UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG“. Dabei kann natürlich an die Stelle von „UG“ auch „Unternehmergesellschaft“ treten.

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